VO₂max & SCFAs
Verständlich erklärt
Im Spitzensport geht es um Sekundenbruchteile. VO₂max — wie viel Sauerstoff dein Körper maximal aufnehmen und nutzen kann — gilt als der Maßstab für Ausdauer. Lange dachte man, dass diese vor allem von Herz, Lunge und Training abhängt. Aber es gibt eine Schicht unter dieser Schicht: dein Mikrobiom. Kleine Moleküle, die Darmbakterien herstellen — die kurzkettigen Fettsäuren oder SCFAs — bestimmen offenbar mit, wie effizient deine Muskeln mit Sauerstoff umgehen.
Das schönste Beispiel ist Laktat. Bei starker Belastung häuft sich Laktat an, und das fühlt sich wie Übersäuerung an. Aber bestimmte Darmbakterien bauen Laktat ab und wandeln es in Propionat um, eine SCFA, die Muskeln erneut als Brennstoff nutzen können. Abfall für den Menschen wird so zu Energie für das Mikrobiom — und kommt als Brennstoff zurück. Das ist Crosstalk in Aktion. Zwei Menschen mit derselben Lunge und demselben Herzen können sich dadurch dennoch in der Ausdauer unterscheiden, je nachdem, was ihr Mikrobiom daraus zieht.
The science behind
VO₂max wird traditionell als das Zusammenspiel von Lunge, Herz und Muskeln gelesen. Forschung in Sports Medicine nuanciert dieses Bild: mikrobielle Metaboliten — insbesondere Butyrat und Propionat — tragen zur Sauerstoffeffizienz in den Muskeln bei, indem sie die mitochondriale Funktion unterstützen. Muskeln erzeugen so mehr Energie pro Molekül Sauerstoff. Die maximale Sauerstoffaufnahme ist damit nicht nur eine Frage von Pumpkraft und Lungenkapazität, sondern auch davon, wie gut das Mikrobiom zum Energiestoffwechsel beiträgt.
Ein sprechender Mechanismus ist die Laktatumwandlung. Eine vielzitierte Meta-Omics-Studie in Nature Medicine fand, dass Ausdauersportler nach starker Belastung mehr laktatverwertende Bakterien (wie Veillonella) beherbergen; diese wandeln Laktat in Propionat um, das erneut als Brennstoff dient — weniger Übersäuerung, bessere Ausdauer. Arbeiten in Frontiers in Physiology beschreiben diese Mikrobiom-Mitochondrien-Crosstalk während der Belastung. Die Veranlagung spielt mit: Varianten in Genen wie PPARGC1A (mitochondriale Biogenese) und ACE (Ausdauer versus Kraft) sowie der FUT2-Sekretorstatus, der die Mikrobiomzusammensetzung und SCFA-Produktion färbt, erklären mit, warum der eine Sportler von Natur aus hoch abschneidet und der andere mehr von mikrobieller Unterstützung profitiert.
Der rote Faden ist Co-Metabolismus: Ob jemand eine hohe und steuerbare VO₂max hat, entsteht aus dem Zusammenspiel von DNA, Mikrobiom, Metaboliten und Lebensstil zusammen. Genvarianten färben die Veranlagung für mitochondriale Kapazität und Mikrobiomprofil, aber Training, Ernährung und das Nähren SCFA-produzierender Bakterien bestimmen, was du mit dieser Veranlagung machst. VO₂max wird so keine feste Obergrenze, sondern eine Größe mit einer mikrobiellen Grundlage, die du verstehen und gezielt nachjustieren kannst. Diese Lesart ist unterstützend und beobachtend — keine medizinische Diagnose.
Illustration & CosmoTalks

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• Wegierska A.E., et al. (2022) — Gut microbiota and competitive sports recovery. Sports Medicine.
• Clark A., Mach N. (2017) — Gut microbiota–mitochondria crosstalk during exercise. Frontiers in Physiology.
• Van Gucht P. — EDGE (COSMO-Trilogie): Ausdauer, Energie und Co-Metabolismus.
Häufig gestellte Fragen
- Bestimmen allein mein Herz und meine Lungenkapazität meine VO₂max?
- Nein. Auch das Mikrobiom zählt mit: kurzkettige Fettsäuren unterstützen die mitochondriale Funktion, sodass Muskeln mehr Energie pro Molekül Sauerstoff erzeugen.
- Wie wird Laktat zu Brennstoff?
- Bestimmte Bakterien (wie Veillonella) bauen Laktat ab und wandeln es in Propionat um, eine SCFA, die Muskeln erneut nutzen können — weniger Übersäuerung, mehr Ausdauer.
- Warum unterscheidet sich VO₂max zwischen Menschen mit demselben Training?
- Veranlagung (u.a. PPARGC1A, ACE, FUT2-Sekretorstatus) und Mikrobiomprofil unterscheiden sich, wodurch der eine Sportler von Natur aus hoch abschneidet und der andere mehr von mikrobieller Unterstützung profitiert.
- Kann ich meine SCFA-Produktion beeinflussen?
- Ja. Eine abwechslungsreiche pflanzliche Ernährung nährt SCFA-produzierende Bakterien; welcher Ansatz passt, hängt von deinem Mikrobiom und deiner Veranlagung ab.
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